„Gebäudeintegrierte Solartechnologien“ – so lautete das Thema einer Veranstaltung, die der Fachbereich Wirtschaftsförderung und europäische Angelegenheiten der Stadt Aachen gemeinsam mit der niederländischen Provinz Limburg und der Industriebank „Limburgs Instituut voor OntwikkelingsFinanciering“ (LIOF) veranstaltet hatte.
Neben aktuellen Trends in Forschung und Entwicklung wurden auf diesem Meeting kommerzielle Perspektiven und Marktentwicklungen im Bereich der solaren Gewinnung von Strom und Wärme thematisiert. Insgesamt durften die Organisatoren über 70 Interessenten aus Industrie und Wissenschaft im Continium Discovery Center in Kerkrade begrüßen, darunter zahlreiche Zell- und Modulhersteller für Photovoltaik, PV-Modul und Sonnenkollektor bearbeitende Unternehmen, Architekten und Vertreter des Bausektors.
Ziel der Veranstaltung war es, die im Bereich Solartechnologie in der Euregio Maas-Rhein engagierten Akteure über die Grenzen hinweg miteinander bekannt zu machen. Unternehmen und Forschungseinrichtungen hatten die Möglichkeit, sich zu präsentieren und interessante Kontakte für potentielle Projektkooperationen zu knüpfen. Darüber hinaus wurden Initiativen zur Erarbeitung konkreter grenzüberschreitender Projektideen ergriffen. Beispielsweise wurde bei der Kühlung von Solarmodulen, die die Effizienz steigern, und der Optimierung von selbstreinigenden Solarmodulen eine Zusammenarbeit vereinbart. Auch in der Entwicklung von Standards und Regulierungen bieten sich Kooperationen an.
Die Teilnehmer stimmten darin überein, dass der Trend zu gebäudeintegrierten Solartechnologien deutlich spürbar ist und machten die Notwendigkeit einer fachübergreifenden Zusammenarbeit deutlich. Besonders wichtig für das Vorantreiben der Integration von Solartechnologien in die Gebäudehülle sei eine gute Kooperation von Modulherstellern, Architekten und Bauindustrie. Neben „ästhetischen Aspekten“, die bei der Integration der Technologien ins Gebäude zu berücksichtigen sind, wurden Wege zur „Effizienzsteigerung von Modulen“, sowie Möglichkeiten der intelligenten „Kombination von Photovoltaik und Solarthermie“ diskutiert. Einige Teilnehmer bearbeiteten das Thema „Flexibilisierung von automatisierten Produktionsprozessen“ zur Realisierung individuellerer Kundenwünsche. Die Teilnehmer waren durchweg begeistert von der Möglichkeit, Experten von jenseits der Grenze kennen zu lernen und motiviert, grenzüberschreitende Projekte anzugehen.
Die Veranstaltung wurde begleitet durch Fachvorträge renommierter Referenten zu aktuellem Stand von Forschung und Entwicklung und sich ankündigenden Trends in Solartechnologien, sowie Chancen für die euregionale Solar-Wirtschaft. Prof. Dr. Reinhard Carius vom Institut für Energie- und Klimaforschung am Forschungszentrum Jülich und Werner Eussen, Leiter des Projektes RiBuilt an der Hogeschool Zuyd/Heerlen informierten über Aktuelles aus Forschung und Entwicklung. Die Architekten Dr. Ingo B. Hagemann (Architekturbüro Hagemann, Aachen) und Alex Brouwer (Han van Zwieten Architecten, Amersfoort) stellten innovative Praxisprojekte vor.
Eine Folgeveranstaltung in Aachen ist bereits für den 24. Januar 2012 geplant. Dort sollen konkrete Projektkonsortien gebildet werden. In einem nächsten Schritt können dann Partner gemeinsam einen Projektvorschlag entwerfen und sich hiermit um öffentliche Förderung ihres innovativen Vorhabens bewerben.
Ehrgeiziges Projekt.
Die Veranstaltung wurde durchgeführt im Rahmen des INTERREG IVA Projektes „towards TOP TECHNIOLOGY CLUSTERS“ (TTC). Neunzehn Partner in der Euregio Maas-Rhein sowie den angrenzenden Regionen Leuven und Eindhoven haben sich mit diesem Projekt auf den Weg gemacht, grenzüberschreitende Kooperationen zwischen technologieorientierten Unternehmen, Forschungs- und Entwicklungs-Einrichtungen und Hochschulen in den zukunftsträchtigen Bereichen Lebenswissenschaften, neue Werkstoffe, Informations- und Kommunikations-Technologien und Energie auszubauen. Ziel ist es, das herausragende, in der Grenzregion vorhandene wirtschaftlich-technologische Potenzial stärker als bisher zu nutzen, denn die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg bietet bislang vielfach ungenutzte Möglichkeiten, Kooperationen einzugehen und Neugeschäfte zu generieren. Besondere Unterstützung und Förderung erhalten im Rahmen von TTC die kleinen und mittelständigen Unternehmen.
Die Veranstaltung zum Thema „Gebäudeintegrierte Solartechnologien“ ist Teil einer ganzen Reihe von technologiespezifischen Veranstaltungen, die über die Projektlaufzeit geplant sind und Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Euregio die Plattform bieten, potentielle Partner für grenzüberschreitende Zusammenarbeit kennenzulernen.
TTC ist eingebettet in die Initiative „Top Technologie-Region“ (TTR), mit der die Regionen Noord-Brabant, Limburg (beide NL), Vlaams-Brabant, Limburg, Lüttich (alle B) sowie westliches NRW/Aachen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Innovation intensiv fördern wollen. Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche Kooperationen und Projekte, sondern auch um die Verbesserung der grenzüberschreitenden Rahmenbedingungen.