Misshandlungen, Vernachlässigung, Verwahrlosung oder sexueller Missbrauch - was Kinder in ihren Herkunftsfamilien erlebt haben, ist oft erschütternd. Das Jugendamt der Stadt Düren nimmt derart betroffene Kinder und Jugendliche in Obhut und ermöglicht eine Fremdunterbringung in Pflegefamilien.
Damit ist es jedoch nicht getan. Die seelischen Folgen kindlicher Traumatisierung wiegen schwer, weil die belastenden Erlebnisse der Vergangenheit in die Gegenwart springen und bewältigt werden müssen. „Doch nicht immer sind frühe Traumata bei Pflegekindern sofort sichtbar und einschätzbar“, sagte Jugendamtsleiter Manfred Savelsberg und verdeutlichte: „Meist wissen die Pflegeeltern wenig von den Umständen der Traumatisierung, die das Kind erlitten hat.“ Mit finanzieller Unterstützung der Sparkasse lud er den Kinder- und Jugendlichentherapeuten Michael Naumann-Lenzen aus Hennef zu einem Fachvortrag für Pflegeeltern in die Räume der Sparkasse ein. Naumann-Lenzen widmete sich intensiv dem Thema „Trauma und ihre Folgestörungen“ und näherte sich der Problematik nicht nur mit theoretischen Therapiemethoden an.
In einem Workshop, den der Städtische Pflegekinderdienst konzipierte, hatten die Pflegeeltern Gelegenheit, Fragen und Probleme aus ihrem Alltag mit Pflegekindern zu erörtern. „Im Interesse und zum Wohl der Kinder ist es enorm wichtig, dass die ganz frühen Traumata der Pflegekinder möglichst rasch erkannt werden“, erklärte der Therapeut und betonte: „Auch Kinder, die nicht traumatisiert scheinen, sind in der Regel durch die Trennung von den leiblichen Eltern und die Vorgeschichte in der Herkunftsfamilie seelisch belastet.“
Er gab den Pflegeeltern praktische Hinweise mit auf den Weg, wie sie mitunter auffälligem Verhalten dieser Kinder ein vertieftes Verständnis entgegenbringen und ihren individuellen Entwicklungsproblemen wirksam begegnen können. Vielen Kindern böte eine Ersatzfamilie die Chance, traumatische Erfahrungen bewältigen zu können. Die Resonanz der 25 anwesenden Pflegeeltern auf die ganztägige Veranstaltung war äußerst positiv. „Ich habe einige Anregungen aus dem Vortrag mitgenommen und bemühe mich künftig verstärkt, meinem Pflegekind noch mehr Sicherheit und Verlässlichkeit zu geben“, merkte eine Pflegemutter an und hofft, dass das Jugendamt der Stadt Düren diese Fortbildung auch im nächsten Jahr wieder anbieten kann.
Familien, die sich über die Aufgaben und Tätigkeiten von Pflegeeltern informieren möchten, können sich an das Städtische Jugendamt unter der Rufnummer 02421/25-2144 oder unter 02421/25-2128 wenden.
Quelle: Pressestelle der Stadt DürenSchlagworte:
Familie,
Misshandlung,
Pfegefamilien,
Pflegekinder,
Pflegekinderdienst,
sexueller Missbrauch,
Soziales,
Trauma,
Veranstaltungen,
Vernachlässigung,
Verwahrlosung,
Workshop